작품 상세
ULF PUDER (geb. 1958 in Leipzig, tätig ebenda) Chimäre (Ziege), 1994 Holzskulptur, 75 x 108 x 39 cm, am hinteren rechten Bein monogrammiert und datiert (19)94. Ulf Puder, der 1958 in Leipzig geboren wurde, ist gelernter Bleiglaser und Tiefdrucker. Er studierte von 1984 bis ‘89 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, anschließend absolvierte er ein Aufbaustudium bei Bernhard Heisig. Er lebt und arbeitet weiterhin in seiner Geburtsstadt Leipzig und wird zur Leipziger Schule gezählt. Die Holzskulptur ist eine faszinierende Mischung aus realistischer Darstellung und mythologischer Fantasie. Der Begriff "Chimäre" bezieht sich auf ein Wesen aus der griechischen Mythologie, das aus Teilen verschiedener Tiere zusammengesetzt ist. In der Kunst wird der Begriff oft verwendet, um Kreaturen oder Objekte zu beschreiben, die in einer ungewöhnlichen oder phantasievollen Weise kombiniert oder gestaltet sind. Die Skulptur gehört zu einer Serie von "Chimären", in der Puder neue Organismen gestaltet, "die vielleicht scheitern, vielleicht aber auch als Tier oder Pflanze mit allen Veränderungen und Ungewöhnlichkeiten akzeptiert werden müssen." Andere Werke aus der Reihe waren in der Vergangenheit im Museum der Bildenden Künste in Leipzig ausgestellt. "[Puder] genehmigt sich eine Abzweigung zur Mythologie der griechischen Antike. 'Chimära' nennt er sein neues Konzept. Die Chimäre als feuerschnaubendes Fabelwesen, das Löwe, Ziege und Drachen automatisch vereinigt, Lykien verwüstet und dem Garaus gemacht wird [...]. Puder besänftigt das Zerstörungsbedürfnis des altgriechischen Übeltäters, den negativ Abseitigen und trägt die Chimäre als Symbolik für Ausnahme und Unikate, als mögliche Wandlung mit positiven Anlagen in seine Bilder und Plastiken. Puder lehnt das Wort 'Mutanten' in seiner herkömmlichen, doch abwertenden Bedeutung ab. Denn seine künstlerischen Schöpfungen sind keine Unholde [...]. Er empfindet sie als lebensfähige Naturformen, die im Einklang mit einer sich ebenfalls verändernden Gesellschaft ihre Existenz suchen. Dieser Konsens zwischen Natur und Gesellschaft ist einer der Grundpfeiler, auf dem Puder sein künstlerisches Konzept ausbreitet und bei dem auch Unstetigkeit als friedfertiger Wirkungsmechanismus Geltung finden darf." Puder weiß, dass Tiere nicht selten die Nähe der Menschen aus einer existentiellen Notwendigkeit heraus suchen, "ausgelöst durch einen unentschuldbaren Raub Ihrer Lebensbereiche. Doch Puder bewahrt sich seinen Traum einer harmonischen Einigung von Veränderung in Natur und Gesellschaft, er will dieses Zusammenleben als künftige Alternative schon künstlerisch erahnen." (Henne, Jürgen: Magie der Undeutlichkeit, in Ulf Puder. Chimära, Berlin, 1993, S. 3f.). Wie ihre Chimärenvettern regt die Ziege dazu an, über die Grenzen des Gewöhnlichen hinauszudenken und die Möglichkeit von etwas Neuem und Unerwartetem zu erkunden, das aus der Verschmelzung von bekannten Formen und ungewöhnlichen, neuen Kombinationen entsteht. Es wird sowohl die Vielfalt der natürlichen Welt gefeiert als auch die künstlerische Darstellung als Mittel genutzt, um unsere Wahrnehmung der uns umgebenden Realität zu erweitern.
Ulf Puder의 다른 거래
작가 페이지로






