작품 상세
Marino Marini (Pistoia 1901 - 1980 Viareggio) Piccolo cavaliere Gips, farbig gefasst / Plaster, polychrome Wohl 1940er Jahre 31,5x28 cm / 31.5x28 cm Signatur / Signature Auf dem Unterbauch des Pferdes mit eingeritztem Monogramm "M" On the lower belly of the horse with incised monogram 'M' Werkverzeichnis / Catalogue Raisonné Das Werk ist in der Fondazione Marino Marini, Pistoia, unter der Archivnummer 338 registriert. Bestätigung der Fondazione Marino Marini, Pistoia, datiert vom 23. September 2016, liegt vor The work is registered in the Fondazione Marino Marini, Pistoia, under the archive number 338. Confirmation from the Fondazione Marino Marini, Pistoia, dated 23 September 2016, is available Provenienz / Provenance Privatsammlung Schweiz Private collection Switzerland Zustand / Condition Mit leichten Abreibungen und einzelnen Kratzern, insgesamt in sehr guter Erhaltung With slight traces of rubbing and individual scratches, overall in very good condition Erläuterungen / Comments Das Reiterstandbild gilt als Topos der abendländischen Kunstgeschichte und versucht seit der Antike, die Macht des jeweiligen Reiters triumphierend darzustellen. Marino Marini modernisiert dieses im späten 20. Jahrhundert totgeglaubte, wenn auch kanonische Sujet seiner Ahnen Donatello und Michelangelo, indem er mit seinen Reiterstandbildern die Umbrüche seiner Zeit reflektiert und sie zu «Symbolen seiner Besorgnis» werden lässt. Eindringlich weisen die amputierten Gliedmassen des Reiters auf einen Kontrollverlust hin, bei dem er sein Pferd nicht mehr beherrscht. Der Reiter nimmt eine nach hinten geneigte Pose ein und wirkt so der angespannten Haltung des Pferdes, die sich im krampfhaft ausgestreckten Hals und in den überstreckten Beinen äussert, entgegen. Das vorliegende Werk gehört nicht zu den fröhlich anmutenden Reiterstandbildern Marinis, es ist durch die Verstümmelung des menschlichen Körpers ein sprechendes Zeitzeugnis für die die unruhigen 1940er-Jahre und Folgen des Zweiten Weltkriegs. Der Gips dürfte laut der Fondazione Marino Marini in den 1940er Jahren entstanden sein, in diesem Zeitraum gibt es vergleichbare Arbeiten in Bronze, diese Figur wurde jedoch nie ausgegossen. The equestrian statue is regarded as a topos of Western art history and, since antiquity, has been used to depict the triumphant power of the rider. By the late 20th century, this subject, made famous by Donatello and Michelangelo, was considered obsolete, though canonical. Marino Marini modernised it by using his equestrian statues to reflect the upheavals of his time, turning them into 'symbols of his concern'. The amputated limbs of the rider poignantly indicate a loss of control; he no longer masters his horse. The rider leans back, counteracting the tense posture of the horse, which is expressed through its convulsively outstretched neck and overstretched legs. Unlike Marini's other equestrian statues, which appear cheerful, this work is a vivid contemporary witness to the turbulent 1940s and the consequences of the Second World War, as evidenced by the mutilation of the human body. According to the Fondazione Marino Marini, the plaster was probably created in the 1940s. There are comparable works in bronze from this period, but this figure was never cast. Erwartete Ausrufzeit / Estimated Auction Time of Lot (+/- 30min) 12.09.2025; 17:20 h (MEST / CET) For further information visit our website (www.kornfeld.ch) Versandkosten / Shipping cost Schweiz / Switzerland: CHF 170.- Europa / Europe: CHF 270.- Übrige Länder / Other countries: CHF 360.-
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