작품 상세

GIORDANO, LUCA (1632 Naples 1705) Christ before Caiaphas. Oil on canvas. 155.5 x 155.5 cm. Provenance. European private collection. Our thanks to Prof. Nicola Spinosa for confirming the authenticity of this work on the basis of a photograph. He dates the work to between 1656 and 1660. GIORDANO, LUCA (1632 Neapel 1705) Christus vor Kaiphas. Öl auf Leinwand. 155,5 x 155,5 cm. Gutachten: - Mina Gregori, 1.8.1997. - Prof. Oreste Ferrari, 12.6.2001. Provenienz. Europäische Privatsammlung. Literatur: Ferrari, Oreste / Scavizzi, Giuseppe: Luca Giordano. Nuove ricerche e inediti, Neapel 2003, Kat. Nr. A 042, S. 32, Abb. S. 40. Der neapolitanische Maler Luca Giordano trug nicht umsonst den Spitznamen 'Fa Presto' (mach schnell). Nachdem er bei Jusepe de Riberas (1591-1652) in die Lehre gegangen war, arbeitete er mehrheitlich in der Werkstatt seines Vaters, der aus der Geschicklichkeit des Sohnes grossen Gewinn ziehen wollte und ihn deshalb stets anspornte, schnell zu arbeiten. Diese Fertigkeit war gekoppelt mit der Fähigkeit, jeden Stil nachzuahmen. Das hier angebotene Gemälde kann dabei in einer Reihe von Gemälden, die Giordano im Stile des venezianischen Meisters Tizian malte, eingeordnet werden. Tatsächlich war Giordano mehrmals in Venedig, zu Beginn der 1650er Jahre sowie um 1665 und 1673/74. Dort hinterliess er einige Altarbilder und Gemälde, die er zum Teil von Neapel nach Venedig schicken liess, wie beispielsweise 'Fides erscheint dem Dogen Antonio Grimani vor dem Hl. Markus', heute in den Staatlichen Museen zu Berlin, Gemäldegalerie (siehe Schleier, Erich: Luca Giordano variiert eine Komposition Tizians. Zu einem Bild der Berliner Gemäldegalerie, in: Jahrbuch der Berliner Museen, 36. Bd., 1994, S. 189-197). Die für Giordano charakteristische freie Pinselführung wird hier von der sanften, harmonischen Farbigkeit, die er von Tizian übernimmt, ergänzt. Die Komposition lehnt sich an Tizians Darbietung Mariae im Tempel in der Scuola Santa Maria della Carita in der Gallerie dell'Accademia in Venedig an, wobei Giordano die räumliche Staffelung aufgreift und in einen eigenständigen Kontext überträgt. Prof. Nicola Spinosa bestätigt die Eigenhändigkeit anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken und datiert dieses Gemälde zwischen 1656 und 1660.