작품 상세
"Pietà". Öl auf Karton. 115 x 108 cm. Unten links mit Pinsel in Dunkelblau monogrammiert sowie verso mit Pinsel in Schwarz signiert und betitelt. Um 1940. Hans Feibusch war von 1920-1923 Schüler und Meisterschüler bei Carl Hofer an der Berliner Akademie der Künste. Nachdem er noch 1930 von der Preußischen Akademie der Künste den Großen Staatspreis für sein Gemälde "Der Fischhändler" erhalten hatte, wurde er 1933 aufgrund seiner jüdischen Abstammung von dem Frankfurter Künstlerbund ausgeschlossen. Feibuschs Werke wurden von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" geächtet, einige wurden beschlagnahmt und sein Gemälde "Zwei schwebende Figuren" wurde auf der Feme-Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München gezeigt. Seit seiner Emigration 1933 nach London wandte sich Feibusch auch in seinen Bildmotiven verstärkt dem christlichen Glauben zu. In England erhielt er zwischen 1935 und 1975 zahlreiche Aufträge zu Wandmalereien in Kirchen, Kathedralen und Profanbauten, was ihm große Bekanntheit verschaffte. Unser großformatiges, nahezu quadratisches Ölgemälde ist mit seiner religiösen Thematik in diesem Kontext zu betrachten. Nahezu formatfüllend ist der bleiche Christuskörper als monumentale Erscheinung noch in seiner steifen Kreuzigungshaltung mit ausgebreiteten Armen, der Kopf leicht nach hinten gefallen, die Gottesmutter im blauen Mantel hält ihn mit ihren Armen umschlungen auf ihrem Schoß. Etwas ungewohnt für eine Pietà-Szene ist hier eine weitere Frauenfigur als Rückengestalt eingefügt. Sie hilft Maria bei der Waschung des Leichnams, was die Schale im Bildvordergrund andeutet. Die drei Köpfe der Dargestellten sind sehr dicht beieinander angeordnet, sie konzentrieren mit ihren Blicken den Mittelpunkt im Bauchnabel des Leichnams, der eine Bilddiagonale von seinem linken Arm zu seinen Beinen bildet. In der durchdachten Bildkomposition, der gedeckten, warmen Farbpalette und der nüchternen Personenauffassung ist eindeutig das bedeutende Vorbild Carl Hofer erkennbar.
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