작품 상세
Portrait Charlotte Wohlmuth Öl auf Leinwand. 1920. 75 x 56 cm. Das Bildnis zeigt die jüdische Dichterin Charlotte Wohlmuth (1880-1942 verschollen; aus Marienbad deportiert), die mit bürgerlichem Namen Stefanie Österreicher hieß. Von ihr wurden lediglich vier Gedichte veröffentlicht, und zwar in der von Franz Pfemfert von 1911 bis 1932 herausgegebenen literarischen und politischen Zeitschrift "Die Aktion", die dem Expressionismus zum Durchbruch verhalf und für eine undogmatische linke Politik stand. Bei den Gedichten handelt es sich um "Wo schläft dein Blut", zwei Weihnachtsgedichte "Die Namenlosen" und "Ekstase", jeweils Juli 1917 sowie "Wir Utopisten", August 1918. Der verbliebene schriftliche Nachlass, darunter auch das letzte Lebenszeichen, eine Postkarte an ihre Freundin Gerda Wild vom 6.6.1942, befindet sich im Literaturarchiv der Akademie der Künste in Berlin. Frühere Recherchen zu einem weiteren Portrait der Dichterin hatten ergeben, dass in den meisten Katalogen bzw. Büchern über Heinrich Ehmsen der Name der Künstlerin falsch geschrieben wurde, und zwar "Wohlgemuth". Dies konnte definitiv widerlegt werden. Ehmsen stellte die befreundete Literatin 1919 in drei Zeichnungen, in vier Gemälden (davon eines verschollen) von 1920 und in einer Kreidelithographie von 1958 dar. Ölbilder aus der expressionistischen Werkphase Ehmsens sind eine große Seltenheit im Kunsthandel. Die Arbeit ist in dem in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnis unter der Nummer "JL-G117" registriert. Wir danken Jutta Lahmann, Berlin, für ihre Unterstützung und freundlichen Auskünfte. - Provenienz: Privatbesitz Hamburg - Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist. - Please ask for condition reports for individual lots, as the condition is usually not mentioned in the catalogue.
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