작품 상세
REINHOLD MAX EICHLER (1872 Mutzschen/Sachsen - 1947 München) Die Schnitterin, ca. 1910-1920 Öl auf Leinwand, 69 x 59 cm, gerahmt, links unten signiert. Als Sohn eines Landwirts in Sachsen geboren, studierte Eichler zunächst an der Kunstakademie Dresden, ab 1893 an der Akademie der bildenden Künste München, wo er die Malklasse von Paul Hoecker besuchte. Er war Mitarbeiter der satirischen Wochenzeitschrift Simplicissimus und Mitglied der Künstlervereinigung die Scholle. Frauenakte und bäuerliche Szenen in meist bayrischen Landschaften bilden den Kern Eichlers Arbeit. Auch im vorliegenden Gemälde behandelt er letzteres Sujet. Eine junge Bäuerin steht mit Heugabel und Harke auf dem Feld und begrüßt voller Tatendrang den Tag. Der Proviant zu ihren Füßen ist noch gepackt, in der Ferne kündet die aufgehende Sonne vom neuen Tag und über den Feldern im Hintergrund liegt noch die Ruhe des frühen Morgens. Viele arbeitsame Stunden liegen vor ihr, denen sie in dieser Darstellung motiviert entgegenblickt. Es handelt sich um eine idyllische, von der Industrialisierung noch unbeeinträchtigte und stark idealisierte Szene, in der die Härte bäuerlichen Lebens im frühen 20. Jahrhundert kaum anklingt. Gleichzeitig mag es eine Hommage an das Durchhaltevermögen der ländlichen Arbeiterinnen sein, deren Beitrag zur Gesellschaft oft übersehen wurde.
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