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ANNETTE SCHRÖTER (geb. 1956 in Meißen, tätig in Leipzig) Held 3 Papierschnitt auf Karton, 254 x 157 cm, sehr aufwändig gerahmt, rückseitig signiert. Provenienz: Privatbesitz Schweiz Annette Schröter (geborene Mückel) lernte zunächst Porzellanmalerei in der Staatlichen Porzellanmanufaktur ihrer Geburtsstadt Meißen. Von 1977 bis 1982 studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) in der Fachklasse von Bernhard Heisig, lernte dort Erasmus Schröter kennen und heiratete ihn. Das Paar verließ die DDR nach einem Ausreiseantrag, hatte mehrere Lehraufträge in Hamburg inne und kehrte 1997 nach Leipzig zurück. Nach Gastprofessuren an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und in Hamburg lehrte sie an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Den Großteil ihrer Lehrtätigkeit verbrachte sie als Professorin für Malerei an der HGB, eine Position, die sie von 2006 bis 2022 innehatte. Ab dem Jahr 2001 vollzog sich ein Umbruch in Schröters Schaffen, sie bewegte sich weg von der Malerei und hin zum Medium des Papierschnitts. Diese Technik, die aus dem Scherenschnitt entstand, perfektionierte sie über die letzten 20 Jahre, lotet die weitgehend unterschätzten Möglichkeiten aus, verarbeitet Eindrücke ihrer Reisen und hinterfragt inhaltliche und bildnerische Klischees. Das traditionelle Medium des Scherenschnitts wird von Schröter ganz neu interpretiert, sie holt es durch aktuelle Bildthemen, moderne Formen und große Formate in die Gegenwart. Die Künstlerin nutzt die technischen und stilistischen Eigenarten des Papierschnitts für die Ausformung starker Kontraste, den plakativen Zusammenprall von Schwarz und Weiß, der auch im vorliegenden Werk dominant ist, und für die erhellende Zuspitzung von Widersprüchen. Nicht nur formal, auch inhaltlich werden im Werk "Held 3" Spannungsfelder geschaffen: Die ornamentale Ausarbeitung steht im Gegensatz zu den strengen Formen der Fabrik und des Strommasts. Heimeligkeit trifft auf Industrieromantik. Das Monumentale Format bildet einen Kontrast zur filigranen Ausarbeitung. Schröter wählt bewusst Motive, die eine Geschichte in sich tragen, passend zum traditionsreichen Medium. Sie hinterfragt in ihren Arbeiten, womit Menschen sich identifizieren. In ihrem virtuosen Spiel mit der Technik schneidet sie ihre Botschaften ins Papier, die sich nicht immer auf den ersten Blick entschlüsseln lassen, sondern häufig erst beim zweiten Hinschauen. Wie die Technik, die eine Silhouette und einen Durchbruch darstellt, sucht Schröter auch nach Motiven, die nicht ausschließlich gut oder böse besetzt sind, sondern ein changierendes Moment in sich tragen.
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