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Franck, Sebastian. Chronica des gantzen Teutschen lands, aller Teutschen völcker herkommen, Namen, Händeln, Güten und bösen Thaten, Reden ... Reich, Länder, Religion, Gesatze, Polocey, Spraache, völcker und sitten.18, CCCXV, 1 Bl. Mit Textholzschnitt, Holzschnitt-Vignette und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 31 x 21 cm. Holzdeckelband d. Z. (geringe Kratzspuren) mit breitem Lederrücken und neuem goldgeprägten RSchild und 2 intakten zeitgenössischen Messingschließen. (Bern, Matthias Apiarius, 1. März 1539). VD 16, F 2090. Kaczeowsky A 136. Ritter 1014. Goedeke II, 13. Fueter 188. Dritte Ausgabe, nur wenige Monate nach der Frankfurter Erstausgabe vom August 1538 erschienen und zugleich eines der ersten in Bern gedruckten Bücher, wo Apiarius 1537 die erste Offizin begründet hatte. Das erste wirkliche Geschichtswerk in deutscher Sprache, "die Teutschen den Teutschen in einem Spiegel fürgestellt". "Der Historiker, der die Geistesgeschichte des 16. Jahrhunderts behandelt, darf an dem originellen Kopfe, der die politische Geschichte vom demokratischen Standpunkte und die Kirchengeschichte vom Standpunkt der Mystik aus betrachtet, nicht vorübergehen" (Fueter). Interessante Passagen sind z. B. auf Blatt 248: "Anno 1440. Unter Keyser Friedrich war die edel Kunst die Truckerey der Bücher erfunden, von Johan Gutenberg zu Strassburg ... wiewohl es andere Johann Genssfleysch zu Metz zuschreiben" oder auf Blatt 259: "1495 seind zwo mechtige Plagen kommen: die Frantzosen" (gemeint ist die Syphilis); auf Blatt 275 wird der "14 Artikel" der Bauern mitgeteilt. Der hübsche Holzschnitt zeigt den trunkenen Noah, der von seinen Söhnen überrascht wird, die Vignette eine Narren-Leiste im Rechteck. - Vorsatz mit Besitzeinträgen, nur stellenweise minimal braun- und stockfleckig, marginale Wasserränder und wenige Wurmlöchlein, insgesamt sehr schönes Exemplar in selten guter Erhaltung.