작품 상세
MARREL, JACOB (Frankenthal 1614 - 1681 Frankfurt am Main) Blumenstrauss in einer Glasvase auf einer Steinplinthe mit kleiner Schnecke. Öl auf Leinwand. Unten rechts monogrammiert: J M. 58,5 x 42,5 cm. Provenienz: - Privatsammlung G. Eristoff, Paris, um 1972. - Kunsthandel David M. Koetser, Zürich. - Kunsthandel Kurt J. Müllenmeister, Solingen. - Galerie Waterman, Amsterdam. - Privatsammlung, Deutschland. - Kunsthandel Peter de Boer, Amsterdam. - Privatsammlung, Grossbritannien. Das hier angebotene, prächtige Blumenarrangement in einer Glasvase ist ein charakteristisches Werk des Frankfurter Blumenmalers Jacob Marrel. Grosse Schwertlilien und Tulpen krönen das Bouquet und erzeugen optisch eine vertikale Achse, um die der Künstler kleinere Blumen, darunter Rosen, eine Nelke, Narzissen, Hyazinthen, Anemonen und Rosmarinzweige asymmetrisch platziert hat. Diese scheinbar zufällige Anordnung verleiht der Komposition eine sehr natürliche Wirkung. Doch auch die lebendigen Farben tragen dazu bei: die Blau- und Gelbtöne, die in den oberen Blumen links und den unteren Blüten rechts dominieren, werden durch die weissen, roten und rosafarbenen Blumen, welche von links unten nach rechts oben durch die Mitte des Bouquets emporsteigen, ausbalanciert. Das Arrangement wird von der oberen linken Ecke beleuchtet, sodass die Vase einen dramatischen Schatten nach rechts im Hintergrund wirft und die Nische an Tiefe gewinnt. Der auf Blumenstillleben spezialisierte Jacob Marrel studierte ab 1627 bei Georg Flegel in Frankfurt am Main. Um 1630-1632 reiste er nach Utrecht, wo er einige Zeit unter Jan Davidsz. de Heem (1606-1684) lernte. 1651 erhielt er das Bürgerrecht in Frankfurt. Marrels Arrangements entsprechen meist einer bestimmten Saison, wie beispielsweise seine Kartusche mit Blumenornament und Phantasiearchitektur, welche ausschliesslich mit Frühlingsblumen geschmückt ist (Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Inv. Nr. GK 316, siehe Sander, Jochen (Hg.): Die Magie der Dinge, Ausst. Kat. Städel Museum 20.3.-17.8.2008, Kat. Nr. 67, S. 246-247). Einige Früchte-, Jagd- und Vanitasstillleben von Marell sind ebenfalls bekannt. Gegen Ende seiner Karriere entwickelte der Künstler eine Faszination für die Kunst Davidsz. de Heem und übernahm gelegentlich dessen Malstil für seine Werke. Aber auch Roelandt Savery (1576-1639) und Ambrosius Bosschaert d. J. (1573-1621) inspirierten sein Schaffen, wie beispielsweise sein frühes datiertes Werk, ein Stillleben mit Blumenvase und einem Frosch von 1634, heute im Rijksmuseum, Amsterdam (Inv. Nr. A772), bezeugt. Das Motiv des Fensters in dem hier angebotenen Stillleben, das sich in der Glasvase reflektiert und einem in jener Zeit in Deutschland verbreiteten Typus entspricht, spricht für eine Datierung unseres Gemäldes um 1650, also nach Marrels Rückkehr nach Frankfurt. Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, als eigenhändiges Werk von Jacob Marrel aufgeführt. MARREL, JACOB (Frankenthal 1614 - 1681 Frankfurt am Main) A flower bouquet in a glass vase, on a stone plinth, with a small snail. Oil on canvas. Monogrammed lower right: J M. 58.5 x 42.5 cm. Provenance: - Private collection G. Eristoff, Paris, c. 1972. - Kunsthandel David M. Koetser, Zurich. - Kunsthandel Kurt J. Müllenmeister, Solingen. - Galerie Waterman, Amsterdam. - Private collection, Germany. - Kunsthandel Peter de Boer, Amsterdam. - Private collection, Great Britain. The present work is registered at the RKD, The Hague, as a work by the hand of Jacob Marrel.
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