작품 상세
ARZT BEI DER UNTERSUCHUNG EINER URINPROBE Öl auf Leinwand. Doubliert. 70 x 90 cm. Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri, Rom, vom 7. Okt. 2019. Laut beigegebener Expertise handelt es sich bei dem Gemälde um eine eigenhändige, Wiederholung jenes Werkes, das sich im Ashmolean Museum, Oxford befindet, besprochen und abgebildet in seiner Publikation (s.u.). Gezeigt ist ein Physikus mit dunklem Bart, dunkelgrünem Mantel, in einer Hand ein Handschuh, der dem Betrachter entgegenblickt. Der Hintergrund verliert sich nächtlich schwarz. Sein Gesicht, der Arm, mit dem er ein Uringlas vor die Kerzenflamme hält, und ein Papierbogen werden von der Kerze beleuchtet. Auf dem Tisch ein Tintenfass mit Feder sowie ein Bastkorb mit offenem Deckel, das Sicherheitsbehältnis für das Probeglas. Im Lichtschein der Flüssigkeit zeigt sich eine kugelförmige schlierige Blase. Wie schon bei früheren Darstellungen der „Urinprobe“, bei der es stets darum geht, eine Schwangerschaft festzustellen, sollte dies die damals noch rätselhaften Erscheinungen in der Probe augenscheinlich machen. So zählt das Gemälde zu den seltenen Dokumenten der Ärztekunst bzw. der medizinischen Forschung der Zeit. Das inhaltsentsprechende Gemälde in Oxford (72 x 99 cm.) ist nur wenig größer als das hier vorliegende Werk. Bigot kam etwa 23-jährig nach Rom, wo er bis 1634 gearbeitet hat, und die drei Altarbilder für die Kirche Santa Maria in Aquiro entstanden, aber auch das „Martyrium des Heiligen Lorenzo“ oder die „Himmelfahrt Mariä“. Danach in Aix-en-Provence fertigte er zwischen 1638 und 1642 etliche weitere Altargemälde. Ab 1642 lebte er in Avignon. Die Zuordnung seiner Werke erwies sich lange Zeit als schwierig. Mit dem Notnamen „Meister des Kerzenlichts“ (Candlelight Master) wurden seine Werke zunächst versehen. Ähnlichkeit mit Werken von Matthias Storn, Gerrit van Honthorst oder Georges de La Tour, allesamt ebenfalls Maler von Kerzenlichtthemen, erschwerte die Abgrenzungen. Erst Benedict Nicolson gruppierte 1960 etwa 40 Gemälde dieses zunächst anonymen Künstlers und wies sie Bigot zu. A. R. Literatur: Benedict Nicolson, Luisa Vertova, Carravaggism in Europe, Turin 1989. Ausst.-Kat. La Peinture en Provence au XVIIe Siècle, Musée des Beaux-Arts de Marseille, Marseille 1978. (1280885) (11) Trophime Bigot, also known as “Trufemondi Bigoti”, ca. 1579 Arles – 1650 Avignon A DOCTOR EXAMINING URINE Oil on canvas. Relined. 70 x 90 cm. Accompanied by an expert’s report by Professor Giancarlo Sestieri, Rome, dated 7 October 2019. According to the enclosed expert’s report, the painting is a copy by the artist’s own hand of a work held at the Ashmolean Museum, Oxford, discussed and illustrated in his publication (see below). Literature: Benedict Nicolson, Luisa Vertova, Carravaggism in Europe, Turin 1989. Exhibition catalogue. La Peinture en Provence au XVIIe Siècle, Musée des Beaux-Arts de Marseille, Marseille 1978.
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