작품 상세

ARNO RINK (1940 Schlotheim - 2017 Leipzig) Italienische Begegnung II, 1997 Öl auf Leinwand, 80 x 60 c~m, gerahmt, unten signiert und datiert (19)97. Rink wurde 1940 in Schlotheim (Thüringen) geboren und studierte ab 1958 drei Jahre lang an der ABF für Bildende Künste in Dresden. Nachdem er für die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig zunächst abgelehnt wurde, studiert er dort ab 1962 unter anderem bei Werner Tübke und Bernhard Heisig, wurde Dozent, Professor und schließlich Rektor. Er war Lehrer wichtiger zeitgenössischer Künstler*innen wie Neo Rauch, Michael Triegel, Tilo Baumgärtl und David Schnell. Nach langer Krankheit starb Arno Rink 2017 in Leipzig. Rink wird als Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule bezeichnet und seine Malerei als sinnlich und besonders modern beschrieben. Seine Werke zeichnen sich durch einen expressiven, figurativen Stil aus. In seiner frühen Schaffensphase war Arno Rink vom Surrealismus beeinflusst. Dessen Charakteristika erkennt man auch in seinen späteren Werken wie „Italienische Begegnung II“ noch, gleichzeitig ist es ein herausragendes Beispiel für seine unvergleichliche, geradezu revolutionär moderne Bildsprache. „Italienische Begegnung“ besitzt eine große Bedeutung in Rinks Werk und wurde in einer früheren Version bereits 1978 geschaffen. Diese befindet sich im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien. Die hier abgebildete Arbeit besticht vor allem durch ihre Farbbrillanz und ihren außergewöhnlich guten Zustand. Rink nutzt seine eigenen Gemälde, um Motive aus Ihnen zu isolieren und neu zusammenzusetzen. So tauchen in seinem Werk „Italienische Straßenszene“ von 1983 die zwei hockenden Herren auf, während sich das Bild „Begegnung“ von 2009/2010 auf die zwei stehenden Frauenfiguren konzentriert, die im vorliegenden Gemälde und seiner Vorgängerversion am rechten Bildrand platziert sind. Im Wiederaufgreifen einer bestehenden Idee befragt Rink sich stets von neuem selbst und weist schon allein darin auf zwei der wichtigsten Wesensmerkmale der Zeit selbst hin: ihre Eigenschaft als feste Entität und gleichzeitig die ihr inhärente Wandelbarkeit. In Rinks Schaffensprozess ist damit schon angelegt, worauf viele seiner Motive ultimativ hinweisen möchten. „Die Bilder Arno Rinks scheinen mir Anker in diesem Fluss der Zeit, zuweilen Brücken, die ihn überqueren helfen, ohne fortgerissen zu werden. […] Immer wieder thematisiert Arno Rink die Zeit in seiner Kunst, ihr Rieseln in den Gesichtern seiner Porträts, im Vanitasbezug der Stillleben, die Unmöglichkeit, sie zu fassen, in seinen Sinnbildern, so im Gemälde „Italienische Begegnung“ […] - Vergangenheit im unbewegten Reiterstandbild, dessen Sockel sich auflöst, demgegenüber die Gegenwart einer Gruppe von ganz dem Augenblick lebender Menschen, Austern essend, Zeitung lesend, die Feier blühender Schönheit weiblicher Sinnlichkeit und Jugend. Ist der über allem die Arme breitende Gekreuzigte Symbol eines historischen Vergangenen oder der uns alle erwartenden Zukunft des Todes? Die Zeitebenen durchdringen sich und erscheinen simultan in der Malerei, die das Flüchtige festhält und gleichzeitig in seiner Vergänglichkeit apotropäisch bannt […].“ (Triegel, Michael, in: Schwind, Karl (Hrsg.): Arno Rink. Malerei und Zeichnung, München 2015) Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen.