작품 상세
IMPORTANT CLOCK 'MINERVE VICTORIEUSE', Empire, the dial signed THOMIRE & COMP.IE (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843) and MOINET L'AINE (active 1805/1850), Paris circa 1810/15. Matte and polished gilt bronze, burnished bronze and 'Griotte Rouge' marble. The clock with enamel chapter ring and Paris escapement striking the 1/2 hours on bell. 56.5x24x72 cm.PRUNK-PENDULE 'MINERVE VICTORIEUSE', Empire, das Zifferblatt sign. THOMIRE & COMP.IE (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843) und MOINET L'AINE (tätig 1805/1850), Paris um 1810/15. Bronze matt- und glanzvergoldet bzw. brüniert und 'Griotte Rouge'-Marmor. Sitzende Minerva mit Helm und Lorbeerkranz, an das schildförmige, reliefierte Gehäuse gelehnt, auf hohem, gestuftem Rechtecksockel mit Winkelfüssen. Im Schild Emailzifferring mit römischen Stundenzahlen. Pariser Werk mit 1/2-Stundenschlag auf Glocke. 56,5x24x72 cm. Provenienz: Aus einer römischen Privatsammlung. Sehr bedeutende, imposante Pendule von bestechender Qualität. Minerva war Tochter des Göttervaters Jupiter und eine der zwölf grossen römischen Gottheiten. Sie war die Schutzgöttin des Krieges, der Weisheit und der Künste und wurde in den Tempeln vieler führender Städte des römischen Reiches verehrt. Ihr Attribut-Tier ist die Eule, Symbol der Weisheit. In der Kunst und Literatur wird Minerva meist in voller Rüstung dargestellt, mit Helm, Speer und der Ägis - einem furchtbaren Schild bzw. Brustpanzer mit dem Gorgonenhaupt bemalt -, welche die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Sie war die hilfreiche Beschützerin vieler Helden, lehrte die Menschen den Gebrauch von Pferd und Wagen, den Schiffsbau, Spinnen und Weben, erfand der Sage nach die Flöte, die Trompete, das Tongefäss, das Ochsenjoch und das Schiff. Minerva wurde nicht von einer Frau geboren. Die Sage erzählt, dass Uranos und Gaia dem Göttervater Jupiter vorausgesagt hatten, ein Kind der Okeanide Metis würde eines Tages über die Olympier herrschen. Jupiter, um seine Macht besorgt, verschlang Metis, die von ihm schwanger war. Einige Zeit später litt Jupiter unter schrecklichen Kopfschmerzen und befahl Vulkanus, seinen Kopf mit einem Beil zu öffnen und ihn von der Qual zu befreien. Sein Bruder tat, wie ihm geheissen. Aus dem Schädel sprang Minerva, erwachsen und in voller Rüstung. Von seinem Vater Luc-Philippe (gest. 1783) erhielt P.P. Thomire 1772 den Titel 'Maître fondeur-ciseleur', vier Jahre später fügte er 'doreur' hinzu. 1783 wurde er Nachfolger von C. Duplessis als 'ciseleur et doreur' der Manufacture de Sèvres. Zudem soll er, nach einer Bildhauer-Ausbildung in der Akademie St. Luc, die Ateliers von A. Pajou und J.A. Houdon besucht haben. Mit Houdon arbeitete er mehrmals zusammen, so beispielsweise für die Büste 'Grandeur Nature' für Prinz Heinrich von Preussen (1789). Nach R.G. Dardel schuf er die 'Grand Condé à la bataille de Fribourg' (1785), zudem übernahm er Figuren von J.B. Pigalle und L.S. Boizot in Bronze. Während der gleichen Zeit schuf P.P Thomire eigene Modelle und Skulpturen, wie zum Beispiel die 'Deux amours se disputant un coeur' für die Ausstellung im 'Salon de la Correspondance' 1781, zwei Portraits von Voltaire und ein weiteres von J.J. Rousseau. Seltener sind seine Figuren in Marmor, wie das Selbstportrait für die Ausstellung im Salon 1810. Seine Zusammenarbeit mit L.S. Boizot, Leiter der Bildhauer in der Manufacture de Sèvres, war, wie die zahlreichen Modelle beweisen, sehr fruchtbar und hielt bis zu Boizots Tod an. Die Kontakte zu N. Delaistre, J.J. Foucou, P.P. Prud'hon und P.L. Roland und die entstandenen gemeinsamen Projekte brachten Thomire bereits in den 1780er Jahren den Ruf als bester 'fondeur-ciseleur' von Paris ein. Diese Erfolge wurden während der letzten Jahre des ausgehenden 18. Jahrhunderts durch Auftragsarbeiten für das Ausland - vor allem für die Königs- und Adelshäuser in Spanien und Russland - so markant verstärkt, dass er die grosse Nachfrage nach Luxusobjekten 1807 nur mit über 200 Angestellten zu bewältigen vermochte. Seit 1804, als er Objekte aus dem Geschäft von M.E. Lignereux, dem er früher Bronzen geliefert hatte, aufkaufte, gelangen ihm die wohl phantasievollsten Werke. Bereits im Directoire erhielt er anlässlich der Ausstellung der 'Produits industriels' die Goldmedaille, eine Ehrung, die Thomire und seiner Firma bis zu seinem Tod in jeder Ausstellung zuteil wurde. 1834 erhielt er von König Louis-Philippe die Mitgliedschaft der 'Légion d'Honneur'. Seine Werke, bestechend durch Phantasie, Formensprache, Bronzenarbeit und Vergoldung machen P.P. Thomire zu einer Ausnahmefigur von höchster Güte. Für das Unternehmen Thomire waren die Jahre nach 1820 von der Übernahme der Firma durch P.P. Thomires Schwiegersöhne und Enkel und von grossen finanziellen Schwierigkeiten geprägt. P.P. Thomire zog sich nach 1823 langsam zurück, blieb aber als 'künstlerischer Mentor' die bedeutendste kreative Kraft. Lit.: J. Niclausse, Thomire, Fondeur-Ciseleur-sa vie, son oeuvre, Paris 1947 (biogr. Angaben zu P.P. Thomire). Tardy, Dictionnaire des horlogers français, Paris 1976; S. 467 (kurze biogr. Angaben zu Moinet).
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