작품 상세
MANTEL CLOCK 'JASON ET LA TOISON D'OR',Empire, from a Paris master workshop, the dial signed THOMIRE ET CGNIE (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843), the work signed SCHULLER HR (1830-1840), some bronzes signed CHIBOUT (bronzier dynasty, active in the 1st half of the 19th century), Paris circa 1820/30. Matt and polished gilt bronze, burnished bronze, and 'Vert de Mer' marble. Gilt bronze dial and Paris escapement striking the 1/2 hours on bell. 40x20x70 cm. KAMINPENDULE 'JASON ET LA TOISON D'OR', Empire, aus einer Pariser Meisterwerkstatt, das Zifferblatt sign. THOMIRE ET CGNIE (Pierre Philippe Thomire, 1751-1843), das Werk sign. SCHULLER HR (1830-1840), einige Bronzen sign. CHIBOUT (Bronzier Dynastie, tätig 1. Hälfte 19. Jh.), Paris um 1820/30. Matt- und glanzvergoldete bzw. brünierte Bronze und 'Vert de Mer'-Marmor. Stehender Jason greift nach dem in einem Baum hängenden goldenen Vlies, auf profiliertem Rechtecksockel mit markanten Tatzenfüssen. Vergoldetes Bronzezifferblatt mit römischen Stundenzahlen. Pariser Werk mit 1/2-Stundenschlag auf Glocke. 40x20x70 cm. Provenienz: Privatsammlung, Berlin/Potsdam. Eine modellogleiche Pendule wurde in unserer Juni-Auktion 2006 (Katalognr. 1272) verkauft. Eine weitere, modellogleiche Pendule ist abgebildet in: P. Kjellberg, La pendule française, Paris 1997; S. 413, und in: H. Ottomeyer / P. Pröschel, Vergoldete Bronzen - Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizisms, München 1986; S. 351. Es existieren mehrere identische oder ähnliche Ausführungen dieses Modells; sie befinden sich in den Sammlungen des Château de Malmaison (Inventarnr. MM 40-47-470) und im Königspalast in Madrid. Eine vergleichbare Pendule mit einem von Lesieur signierten Zifferblatt wurde bei Sotheby's London am 3.3.2006 (Katalognr. 28) verkauft; andere bekannte Exemplare besitzen Zifferblätter von P.V. Ledure, P. Feuchère oder Choiselat-Gallien. Von seinem Vater Luc-Philippe (gest. 1783) erhielt P.P. Thomire 1772 den Titel 'Maître fondeur-ciseleur', vier Jahre später fügte er 'doreur' hinzu. 1783 wurde er Nachfolger von C. Duplessis als 'ciseleur et doreur' der Manufacture de Sèvres. Zudem soll er, nach einer Bildhauer-Ausbildung in der Akademie St. Luc, die Ateliers von A. Pajou und J.A. Houdon besucht haben. Mit Houdon arbeitete er mehrmals zusammen, so beispielsweise für die Büste 'Grandeur Nature' für Prinz Henri von Preussen (1789). Nach R.G. Dardel schuf er die 'Grand Condé à la bataille de Fribourg' (1785), zudem übernahm er Figuren von J.B. Pigalle und L.S. Boizot in Bronze. Während der gleichen Zeit schuf P.P Thomire eigene Modelle und Skulpturen, wie zum Beispiel die 'Deux amours se disputant un coeur' für die Ausstellung im 'Salon de la Correspondance' 1781, zwei Portraits von Voltaire und ein weiteres von J.J. Rousseau. Seltener sind seine Figuren in Marmor, wie das Selbstportrait für die Ausstellung im Salon 1810. Seine Zusammenarbeit mit L.S. Boizot, Leiter der Bildhauer in der Manufacture de Sèvres, war, wie die zahlreichen Modelle beweisen, sehr fruchtbar und hielt bis zu Boizots Tod an. Die Kontakte zu N. Delaistre, J.J. Foucou, P.P. Prud'hon und P.L. Roland und die entstandenen gemeinsamen Projekte brachten Thomire bereits in den 1780er Jahren den Ruf als bester 'fondeur-ciseleur' von Paris ein. Diese Erfolge wurden während der letzten Jahre des ausgehenden 18. Jahrhunderts durch Auftragsarbeiten für das Ausland - vor allem für die Königs- und Adelshäuser in Spanien und Russland - so markant verstärkt, dass er die grosse Nachfrage nach Luxusobjekten 1807 nur mit über 200 Angestellten zu bewältigen vermochte. Seit 1804, als er Objekte aus dem Geschäft von M.E. Lignereux, dem er früher Bronzen geliefert hatte, aufkaufte, gelangen ihm die wohl phantasievollsten Werke. Bereits im Directoire erhielt er anlässlich der Ausstellung der 'Produits industriels' die Goldmedaille, eine Ehrung, die Thomire und seiner Firma bis zu seinem Tod in jeder Ausstellung zuteil wurde. 1834 erhielt er von König Louis-Philippe die Mitgliedschaft der 'Légion d'Honneur'. Seine Werke, bestechend durch Phantasie, Formensprache, Bronzenarbeit und Vergoldung machen P.P. Thomire zu einer Ausnahmefigur von höchster Güte. Für das Unternehmen Thomire waren die Jahre nach 1820 von der Übernahme der Firma durch P.P. Thomires Schwiegersöhne und Enkel und von grossen finanziellen Schwierigkeiten geprägt. P.P. Thomire zog sich nach 1823 langsam zurück, blieb aber als 'künstlerischer Mentor' die bedeutendste kreative Kraft. Lit.: J. Niclausse, Thomire, Fondeur-Ciseleur-sa vie, son oeuvre, Paris 1947.
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