작품 상세
ANDREAS WACHTER (geb. 1951 in Chemnitz, tätig in Erlln bei Colditz) Haare machen, 2016 Mischtechnik auf stabiler Hartfaserplatte, 50 x 66 cm, gerahmt, rechts unten monogrammiert und datiert (20)16. Im Mittelpunkt dieser bühnenhaft angelegten Komposition sitzt ein junges Mädchen aufrecht im hellen Licht, den Blick ernst und erhaben in die Ferne gerichtet, auch wenn ein hintergründiges Unbehagen zu spüren ist. Sie hält einen schwertähnlichen Gegenstand auf ihrem Schoß umklammert. Hinter ihr steht ein Mann, der ein Tuch hochhält, als wolle er es ihr im nächsten Moment umlegen. Das weiße Tuch mag symbolisch für Reinheit und Unschuld stehen, während die roten Ränder auf Schmerz oder Opferbereitschaft hinweisen. Gleichzeitig verleiht ihr dieses Tuch die Erscheinung einer Heiligen mit Nimbus. Der Mann wirkt konzentriert, gar sorgenvoll, als ob er in diesem Moment eine bedeutende Rolle spielt. Der düstere Hintergrund und die gezielte Beleuchtung lenken die Aufmerksamkeit auf die zentrale Interaktion und verstärken die Wirkung der Szene. Die Atmosphäre des Bildes ist durchdrungen von einer stillen Spannung. Links außen steht eine Person, die sich von den Betrachtenden abwendet; um ihre Hüfte ist eine Art Werkzeuggürtel befestigt. Erst bei genauerer Betrachtung kippt die Darstellung vom leicht Unheimlichen ins Groteske: Rechts neben dem Mädchen steht eine Frau mit Einkaufstrolley; die schemenhaft erkennbaren Figuren links neben dem Mädchen und am rechten Bildrand erinnern in ihrer Aufmachung an Zirkuspersonal. Der Bildtitel "Haare machen" steht im starken Kontrast zu der pathetischen Darstellung und deutet auf einen sehr viel banaleren Vorgang hin. Es kann sich durchaus um ein ironisches Kommentar Wachters handeln, der auf die Mühen aller Beteiligten im Zuge eines Kinder-Haarschnitts hindeutet.
Andreas Wachter의 다른 거래
작가 페이지로






